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Aktuelles Dorsten


Aktuelles Juli
31.07.2020
Umfrage der Dorstener Zeitung zur Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung

Erläuterungen der Stadt zu den Detailergebnissen (Ergänzung 03.08.2020)

Die Dorstener Zeitung hat vom 18. bis 28. Juli die Bürgerinnen und Bürger zur Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung befragt und bittet die Stadtverwaltung zu den Detailergebnissen und Einzelaussagen um Erläuterungen. Da die DZ die Erklärungen zusammenfassen muss, veröffentlichen wir diese hier für Interessierte vollständig. Da die DZ in einer Serie über die Ergebnisse berichtet, wird diese Seite fortlaufend aktualisiert und ergänzt – jeweils nach der Berichterstattung in der DZ.

 

Ordnungsamtsleiter Christoph Fortmann zur Sicherheit in der Innenstadt und den Stadtteilen:

„70 % der Dorstener Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in der Innenstadt sicher und sogar fast 80 % in ihren Ortsteilen. Das sind zunächhst gute Werte nicht nur für uns als Stadtverwaltung – sondern für Dorsten insgesamt. Dass es Menschen gibt, die sich in unserer Stadt nicht sicher fühlen, zeigt uns aber auch, dass wir an diesem Thema noch arbeiten müssen.

Man muss sicherlich unterscheiden zwischen einer realen und einer gefühlten Gefährdung. Auch in Dorsten werden natürlich Straftaten begangen und niemand kann garantieren, dass niemals etwas passiert. Die jährlichen Kriminalitätsberichte der Polizei zeigen aber, dass die Wahrscheinlichkeit in Dorsten geringer ist.

Sicherheitsgefühl ist allerdings nicht objektiv messbar. Es gibt Menschen, die gehen mit viel Selbstvertrauen durch die Welt und kennen keine Angst. Wir müssen aber auch diejenigen im Blick haben, die sich schneller fürchten, die vielleicht schon einmal Opfer einer Straftat geworden sind und das Grundvertrauen in ihr Umfeld verloren haben. Um das Sicherheitsgefühl dieser Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu stärken, zeigt unser Kommunaler Ordnungsdienst Präsenz im Stadtgebiet.“

 

Pressesprecher Ludger Böhne zur mobilen Geschwindigkeitsüberwachung:

„Der Vorwurf der Abzocke ist mindestens so alt wie die Radarfalle, die im letzten Jahr 60. Geburtstag feiern durfte. Dass eine große Mehrheit der Umfrage-Teilnehmer die Geschwindigkeitsüberwachung aber eben nicht als Abzocke empfinden, überrascht uns nicht.

Dass ertappte Verkehrssünder über ein Fahrverbot schimpfen, liegt auf der Hand. Zugleich ist aber auch festzustellen, dass viele Bürgerinnen und Bürger Kontrollen begrüßen. Zu schnelles Autofahren ist nicht nur eine Belästigung, sondern eine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Dies wird auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern so empfunden und eine wirksame Kontrolle eingefordert. Wichtig dabei: Die Stadt registriert keine Bagatellverstöße, sondern die Messgeräte lösen jeweils erst ab einer Tempoüberschreitung von 9 km/h aus, nach Abzug der Toleranz werden also Geschwindigkeitsübertretungen ab 6 km/ geahndet.

Festzustellen ist auch: Seitdem die Stadt Dorsten die Möglichkeiten der Geschwindigkeitsmessungen mit Anschaffung eines neuen Fahrzeugs ausgeweitet hat, ist die Zahl der Beschwerden über Raserei deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig erreicht die Stadt auch Dank für den Einsatz der beiden Radarwagen.

Die Stadt Dorsten ist nicht frei in der Auswahl der Messstellen für die Geschwindigkeitsüberwachung. Jeder Einsatzort muss mit der Polizei abgestimmt werden. Blitzen darf die Stadt nur an Stellen, an denen nach vorhergehenden Erhebungen die zulässige Geschwindigkeit deutlich und von einer Mehrzahl der Fahrzeugführer überschritten wird oder an besonderen Gefahrpunkten wie Schulen, Kindergärten oder Altenheimen. Im Stadtgebiet gibt es rund 160 zugelassene Messstellen.

Der Stadt Dorsten ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit insgesamt ein wichtiges Anliegen. Deshalb wurden auch statt der früher nur einen insgesamt vier Tempomesstafeln angeschafft, die im Stadtgebiet an wechselnden Stellen die gefahrene Geschwindigkeit anzeigt. Die Stadt unterstützt auch Privatleute und Nachbarschaften, die selber eine solche Tafel anschaffen möchten. Dies ist allerdings nur an städtischen Straßen möglich.

2019 wurden insgesamt 25 741 (im Vorjahr 21 415) Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Dabei waren 1035 (849) Temposünder so schnell unterwegs, dass sie statt einer Verwarnung ein Bußgeld bezahlen mussten. Bei weiteren 1747 (1300) Verkehrsteilnehmern wurde aus einer Verwarnung ein Bußgeldbescheid, weil sie nach der ersten Aufforderung nicht bezahlt haben. 81 (46) Verkehrsteilnehmer haben die zulässige Geschwindigkeit so gravierend überschritten, dass sie mit einem Fahrverbot belegt wurden. Die Summe aus Verwarnungen und Bußgeldern aus der Geschwindigkeitsüberwachung beträgt für das Jahr 2019 insgesamt 502 414,00 Euro (450 131,50 Euro).

Die Summe der festgestellten Verstöße, der Verwarnungen, der Fahrverbote und auch der verhängten Verwarn- und Bußgelder sind die höchsten, die in Dorsten jemals registriert wurden. Der Grund dafür ist leicht erklärt: Im Oktober 2017 wurde der neue Radarwagen in Dienst gestellt, der nicht nur auf einer Fahrbahn misst, sondern in beiden Richtungen und der zugleich erweiterte Einsatzmöglichkeiten bietet (leichte Schrägmessung in Kurven, exakte Ausrichtung am Straßenrand aufgrund moderner Technik nicht mehr erforderlich). Zugleich bleibt der „alte“ Radarwagen weiterhin in Dienst, wird vorzugsweise am Abend, in der Nacht und an Wochenenden eingesetzt. Mit dem neuen Fahrzeug, das in zwei Richtungen „blitzt“, und dem weiteren Einsatz des Altfahrzeugs haben sich die Kapazitäten zur Geschwindigkeitsüberwachung in Dorsten von einer Kamera auf drei Kameras erweitert.“

 

Bürgermeister Tobias Stockhoff zum Gesamtergebnis:

„Den Ergebnissen einer solchen Umfrage sehen Kollegenschaft und Bürgermeister natürlich immer mit gespannter Erwartung entgegen. Umso mehr freut es uns, dass die Arbeit der Stadtverwaltung überwiegend positiv bewertet wird: Über 70 % der Teilnehmer an dieser Umfrage sind insgesamt eher bis sehr zufrieden mit den Leistungen der Stadtverwaltung mit ihren rund 1000 Beschäftigten. Lediglich weniger als 10 % hingegen sind unzufrieden oder sehr unzufrieden.

Dass wir uns nach Meinung der Bürgerinnen und Bürger seit 2014 in vielen Bereichen verbessert haben und dass auch unser Management in der Corona-Krise das Ansehen der Verwaltung insgesamt hat steigen lassen, ist uns Lob und Ansporn zugleich. Bereinigt man die Werte in diesen beiden Fragebereichen um den Anteil der Unentschlossenen, liegt die Zustimmung hier ebenfalls bei zwei Dritteln der Teilnehmer(innen) der Umfrage.

Dass die Stadtverwaltung Dorsten insgesamt positiv bewertet wird, freut mich vor allem für die über 1000 Kolleginnen und Kollegen, die in vielen Bereichen Großartiges leisten, das Funktionieren unserer Stadt gewährleisten und unser Zusammenleben in Dorsten organisieren und ständig verbessern. Das gilt gleichermaßen für die Betreuung in Kindergärten, für unsere Nothelfer in Feuerwehr und Rettungsdienst, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bauhof, Entsorgungsbetrieb und Stadtgärtnerei wie auch für die Kolleginnen und Kollegen in den Ämtern, die in ihren Bereichen großartige Fachleute sind, die planen, helfen, unterstützen – vorausschauend und mit Sachverstand.

Persönlich freut mich das Lob, dass wir ehrenamtliches Engagement in Dorsten gut unterstützen, denn das Miteinander in diesem Bereich ist mir besonders wichtig. Für über 70 % derjenigen, die eine Bewertung abgegeben haben, trifft es eher oder voll und ganz zu, dass wir im Ehrenamt gut aufgestellt sind. Hier ist allerdings in den letzten Jahren auch viel passiert: Gründung des Büros für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport, Gründung des Vereins Dorsten dankt Dir, Etablierung von Stadtteilkonferenzen in allen unseren wunderbaren Stadtteilen oder Einführung des Bürgerbudgets, um nur einige unserer Bausteine für das Ehrenamt zu nennen. Dass fast 30 % der Umfrageteilnehmer hierzu keine Meinung haben, zeigt mir aber auch, dass wir offenbar noch stärker dafür werben sollten, als Bürger Mitverantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen.

Genauer anschauen müssen wir uns die Bewertungen zur Frage, ob die Stadtverwaltung zum Wohle der Bürger arbeitet. Hier liegt die Zustimmung zwar auch bei zwei Dritteln der Teilnehmer. Dass aber zugleich 28 % sagen, dies treffe eher nicht oder gar nicht zu, muss man wohl differenziert betrachten. Es ist Aufgabe einer Stadt, zum Wohle gesamten Bürgerschaft zu arbeiten – und das tun wir meiner Meinung nach zu 100 %. Aber: Eine Stadtverwaltung ist keine „Wunschmaschine“. In der Abwägung unterschiedlicher Interessen kann nicht jedes individuelle Anliegen erfüllen werden. Und die Verwaltung ist neben Dienstleister und Partner eben auch Ordnungs- und Eingriffsbehörde. Zum Wohle der Bürgerschaft insgesamt zu arbeiten, kann in Einzelfällen also auch bedeuten, dass Entscheidungen zum Nachteil einzelner getroffen werden (müssen). Wie im Fußball: Ein Schiedsrichter muss Entscheidungen treffen, die nicht jedem gefallen. Er hält sich dabei an die Regeln, die ihm von DFB, UEFA oder FIFA vorgegeben wurden. Bei uns werden uns diese Regeln durch Gesetze und Satzungen von Bundestag, Landtag oder Stadtrat vorgegeben – verbindlich! Der Schiedsrichter leistet dennoch einen wichtigen Dienst zum Wohle aller, damit das Fußballspiel überhaupt laufen kann.

Insgesamt können wir der Dorstener Zeitung danken für eine insgesamt anspruchsvolle und dezidierte Umfrage, die es den Bürgerinnen und Bürgern erlaubt und von ihnen auch verlangt hat, eine differenzierte Bewertung abzugeben. Nachdem wir die ersten für uns ausgesprochen positiven Zahlen erfahren durften, sind wir gespannt auf die weiteren Ergebnisse in verschiedenen Einzelbereichen. Hier wird es strukturbedingt vielleicht auch die eine oder andere nicht so gute Note geben. Aber das können letztlich nur Hinweise sein, wo wir vielleicht noch besser werden können.“

 

Personalratsvorsitzender André Sänger zum Gesamtergebnis: 

„Aus Sicht des Personalrates ist es sehr erfreulich, dass der überwiegende Teil der Bürger*innen das außerordentliche Engagement der Kollegen*innen auch während der Corona-Krise als positiv wahrnimmt. Schließlich waren die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung ebenso von der Corona-Pandemie privat betroffen wie alle anderen Bürger*innen auch und trotzdem hat es die Verwaltung geschafft, alle erforderlichen und auch zwingend notwendigen Dienstleistungen weiterhin in fast gewohntem Umfang zu gewährleisten. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen: der Müll wurde regelmäßig abgeholt, die Sicherheit und Ordnung in der Stadt wurde sichergestellt, es wurden kurzfristig Anfragen der Bürger*innen beantwortet. Viele Kollegen*innen haben sich innerhalb kürzester Zeit mit neuen Aufgaben vertraut gemacht, um Kontrollen sicherzustellen, aber auch um Anfragen an der (E-Mail) Hotline zu beantworten – und dies meist auch neben dem eigentlichen Tagesgeschäft. Die Kollegen*innen haben gezeigt, dass sie nicht nur „den krisensicheren Job“ haben, sondern sich der Verantwortung bewusst sind und auch „die Krise meistern“ und sich ständig ändernden und wachsenden Aufgaben stellen. An dieser Stelle möchten wir nicht den Begriff „systemrelevant“ überstrapazieren – aber wir haben gezeigt, dass wir genau dies sind.

Auch ist es erfreulich, dass viele Bürger „eher zufrieden“ bis hin zu „sehr zufrieden“ mit der gesamten Arbeit der Stadtverwaltung sind. Dies ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Kollegen*innen in der Verwaltung kompetent und „mit dem nötigen Fingerspitzengefühl“ arbeiten – natürlich in dem Wissen, dass nicht immer alle Bürger*innen zufriedenzustellen sind. Wir können uns vorstellen, dass ein großer Teil der Unzufriedenheit eher daher rührt, dass Entscheidungen nicht mit den Individualinteressen der Bürger*innen vereinbar sind. Denn wer freut sich schon, wenn die Verwaltung schnell und effizient arbeitet und somit der belastende Steuerbescheid, das Knöllchen und andere negative Entscheidungen schnell und rechtssicher getroffen werden? Auch hier arbeiten die Kollegen*innen sehr gut, aber es ist nicht immer das, was sich die Bürger*innen erhoffen. 

Da ganz gezielt eine Frage die Kolleginnen und Kollegen aus dem Bürgerbüro betrifft, freuen wir uns hier ganz besonders, dass der weit überwiegende Teil der Bürger*innen auch die sehr guten Leistungen der Kollegen*innen wahrnimmt und es auch ausdrückt – nicht nur in der Umfrage, sondern auch in vielen Kommentaren und persönlichen Gesprächen.

Dies alles geht natürlich nur, wenn man als Verwaltung ein attraktiver Arbeitgeber ist. Unsere Aufgabe als Personalrat besteht natürlich auch darin, zu schauen, wo etwas nicht so gut läuft und Anregungen zu geben, was man ändern könnte. Zum Beispiel ist es uns auch ein Anliegen, dass Bewerbungsverfahren schnell und unkompliziert sind. Es ist nach unserer Kenntnis so nicht ganz richtig, dass die Bewerbung nur in Papierform möglich ist, da die „gelebte Praxis“ unserer Dienststelle sich durchaus anders gestaltet. Auch hier haben wir als Personalrat schon seit längerer Zeit Verbesserungen in der Außendarstellung angeregt, u.a. auch den Hinweis, sich per E-Mail bewerben zu können.

Auch der Hinweis, dass in Zeiten von Corona die digitale Kommunikation stark zugelegt hat, aber viele Dorstener keinen Zugang zum Internet haben und (oder eher „oder“?) auf fremde Hilfe angewiesen sind, ist wichtig. Als Personalrat nehmen wir erfreut zur Kenntnis, dass in der Krise die Verwaltung viele Dinge innerhalb kürzester Zeit aufgearbeitet hat, die sonst in mühevoller Klein- und Kleinstarbeit hätten angeschoben werden müssen. Wir sehen dabei nicht nur die Vorteile der Digitalisierung, sondern auch die (möglichen) Nachteile. Der persönliche Kontakt ist dabei nicht nur für die Bürger*innen, sondern auch für die Kollegen*innen sehr wichtig. Daher wird es immer die Möglichkeit der persönlichen oder auch telefonischen Kontaktaufnahme geben, denn viele Kollegen*innen arbeiten unter dem Motto „Nähe ist unsere Stärke“ und leben dies auch im Bürgerkontakt.“

 

Stellungnahmen zu Einzelzitaten aus der Umfrage:

 

1. Bürgerzitat: „Man hat als Bürger das Gefühl, dass wenn es um eine finanzielle Schuld gegenüber der Stadt geht, die Pistole auf die Brust gedrückt bekommt. Die Mahngebühren sind manchmal unverschämt. Andersrum ist die Stadt nicht immer bereit schnell zu helfen, wenn es um etwas geht, was Bürger dann benötigen.“

 

Erläuterungen von Kämmerer Hubert Große-Ruiken:

Die Steuern und Gebühren sind in der Abgabenordnung geregelt. Für die Abgaben der Stadt gelten die gleichen Regeln wie für die an das Finanzamt zu zahlenden Steuern. Die Gleichbehandlung aller Bürger verlangt, dass wir die Abgabenordnung strikt anwenden. Dies ist auch deshalb notwendig, damit die pünktlichen Zahler nicht gegenüber den säumigen Zahlern benachteiligt werden. Die pünktlichen Zahler dürfen nicht die Dummen sein. Säumige Bürger schaden die Stadtgesellschaft, also alle Dorstener Einwohner. Wir müssen verhindern, dass sich einzelne zu Lasten der Stadtgesellschaft einen Vorteil verschaffen.

Die Mahngebühren (und die Säumniszuschläge) sind in der Abgabenordnung und im Verwaltungsvollstreckungsgesetz NRW geregelt. Davon kann die Stadt nicht abweichen. Säumige Zahler müssen respektieren, dass ihre Säumnis nicht ohne Folge bleibt. Jeder Bürger hat es selbst in der Hand, rechtzeitig zu zahlen und auf Termine zu achten. Mahngebühren und Säumniszuschläge fallen dann nicht an. Wir können nur jedem empfehlen, vom Lastschrifteinzug Gebrauch zu machen und für eine Kontodeckung zu sorgen. Dann ist die pünktliche Bezahlung der Abgaben sicher.

Wenn jemand nicht rechtzeitig zahlen kann, weil es mal eng ist, sollte derjenige bzw. diejenige einen Stundungsantrag stellen. Eine E-Mail mit Begründung und Darstellung der wirtschaftlichen Situation (bei größeren Beträgen zusätzlich mit Nachweisen) reicht. Ein rechtzeitig gestellter Stundungsantrag vermeidet unnötige Mahnungen.

Jeder kann auch mal eine Zahlung vergessen. In diesem Falle prüfen wir, ob es sich um einen einmaligen „Ausrutscher“ handelt und die Mahngebühren ausnahmsweise erlassen können. Bei den meisten Bürgern, die wir mahnen müssen, ist das aber leider nicht so. Eine Nachsicht mit Bürgern, die es mit der Einhaltung der Zahlungspflichten zuweilen oder permanent nicht so genau nehmen, ist dann nicht möglich.

Wir helfen immer gern. Es muss allerdings auch gehen. Nicht alles, was die Bürger wünschen, können wir bewilligen. Wir müssen immer im Blick haben, dass wir 15.000 Abgabenpflichtige haben und alle gleich behandeln müssen. Wir können daher nur auf individuelle Notlagen reagieren.“

 

2. Bürgerzitat: „Ich habe beruflich oft mit dem Planungsamt und dem Bauordnungsamt zu tun und möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass es dort oft sehr kompetente und hilfsbereite Ansprechpartner gibt. Manchmal wünsche ich mir allerdings auch jemanden mit einem "Arsch in der Hose", der auch bürgerfreundliche Entscheidungen fällt bzw. diese trägt. Im Vergleich zu Reken versteckt man sich in Dorsten oft zu sehr hinter Vorschriften, die eigentlich einen Spielraum zulassen würden.“

 

Technischer Beigeordneter Holger Lohse: 

„Zunächst freue ich mich natürlich, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Bauordnung und im Planungsamt als kompetent und hilfsbereit wahrgenommen werden. Darauf habe ich auch stets ein Augenmerk und arbeite darauf hin. Bei Entscheidungen einer Behörde ist es aber nicht unüblich, dass man nicht immer so entscheiden kann, wie es der Bürger gerne möchte. Dies ist natürlich auch in Dorsten der Fall, auch wenn – und dies tun wir sehr wohl – vorhandene Spielräume ausgeschöpft werden.

Diese Spielräume haben aber natürlich auch ihre Grenzen. Gerade die Bauordnung hat geltendes Recht anzuwenden und kann Bürgerinteressen nicht gegen Rechtsvorschriften entsprechen. Dies hat dann wenig mit „kein Arsch in der Hose“ zu tun, es fehlt schlicht und ergreifend in vielen Fällen an der Möglichkeit dies tun zu können. Zumal: Gerade im Baubereich geht es bei Einzelinteressen oft einfach nur um Geld, um die Vorstellungen von Investoren, um Rendite. Den Wünschen Einzelner zu widerstehen, um das Gemeinwohl zu wahren, erfordert oft mehr Rückgrat (bzw. “Arsch in der Hose”), als diese Einzelinteressen einfach durchzuwinken.

Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass Reken gar keine eigene Bauordnung hat. Hier übernimmt der zuständige Kreis diese hoheitliche Aufgabe. In Reken kann deshalb in Angelegenheiten der Bauordnung, wegen mangelnder Zuständigkeit, gar keine, dem Bürgerinteresse entgegenstehende Entscheidung getroffen werden. Der Vergleich mit Reken verwundert deshalb sehr und hinkt.“

 

3. Bürgerzitat: „Das Bewerbungsverfahren bei der Stadtverwaltung ist nur in Papierform möglich, weder E-Mail noch online Portal sind verfügbar. Das ist schockierend.“

 

Hauptamtsleiter und Personalchef Norbert Hörsken:

„Richtig ist, dass wir derzeit noch kein Online-Bewerbungsportal haben. Wir haben uns zwar schon einige Lösungen präsentieren lassen, aus Kapazitätsgründen musste die weitere Umsetzung jedoch zunächst zurück gestellt werden.

Falsch ist hingegen, dass per E-Mail keine Bewerbungen bei der Stadt Dorsten eingereicht werden können. Die Tatsache, dass dies in einer Vielzahl von Fällen bereits gemacht wird, widerlegt die getroffene Aussage.“

 

4. Bürgerzitat: „In Zeiten von Corona hat die digitale Kommunikation stark zugelegt. Nehmen wir nur die Terminvereinbarung mit dem Bürgerbüro. Viele Dorstener haben keinen Zugang zum Internet und sind auf fremde Hilfe angewiesen. Nicht immer wohnen die Kinder um die Ecke. Hierfür muss es auch ein "telefonisches" Angebot geben.“

 

Monika Heisterklaus, Abteilungsleiterin im Ordnungsamt und Leiterin des Bürgerbüros zu dieser Einzelmeinung und zum Gesamtergebnis für das Bürgerbüro:

„Wir freuen uns, dass die hilfreiche Terminvereinbarung für das Bürgerbüro so gut akzeptiert und aufgenommen wurde. Termine (manche sogar im 5 Minuten-Takt) können schnell und einfach gebucht werden und es entsteht praktisch keine Wartezeit. Die Bürgerinnen und Bürger kommen unmittelbar an die Reihe und können das Rathaus so oftmals unter 15 Minuten wieder mit der gewünschten Bescheinigung etc. verlassen. Eine kleine Anekdote dazu: Viele Bürgerinnen und Bürger setzen sich nach der Anmeldung in den Wartebereich und holen erst einmal ihr Handy zum Zeitvertreib heraus. Sie sind dann äußerst überrascht, wenn sie sofort aufgerufen werden, bevor sich die Game- oder Nachrichten-App auch nur öffnen ließ.

Für diejenigen, die selbst oder im Verwandten- oder Bekanntenkreis keinerlei Zugang zum Internet haben, ist es selbstverständlich möglich, dass auch telefonisch ein Termin vereinbart werden kann. Hier vor Ort melden sich die Bürgerinnen und Bürger dann mit dem Geburtsdatum an. Da es aber immer mal vorkommt, dass dem Bürger etwas terminlich dazwischen kommt, können Terminstornierungen oder –änderungen viel einfacher digital kommuniziert werden und müssen nicht noch einmal telefonisch geändert werden etc. So optimieren wir unsere Organisation dahin, dass möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Terminkalender zur Verfügung stehen und die eventuellen Wartezeiten auf einen Termin möglichst kurz sind bzw. viele Online-Termine am gleichen Tag noch gebucht werden können.

Die ausschließliche Terminverwaltung ist durch die Vorschriften des Infektionsschutzes erforderlich geworden. Für die Zukunft – wenn die Verpflichtung der Zutrittssteuerung in dem Maße nicht mehr bestehen muss – ist derzeit in Prüfung, ob Tagestermine ohne vorherige Online-Anmeldung im Rahmen des Ticketsystems auch wieder hier vor Ort ermöglicht werden können.

Zur Gesamtbewertung des Bürgerbüros: Fast drei Viertel der Befragten sind mit der Zügigkeit der Arbeit der Beschäftigten im Bürgerbüro zufrieden. Dies ist ein schönes Lob und eine Wertschätzung der tagtäglichen Leistung und bürgerorientierten Bemühungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bestätigt, dass das System Bürgerbüro als einheitliche und ortsnahe Anlaufstelle vieler Dienstleistungen weiterhin zeitgemäß ist. Vielen Dank an dieser Stelle dafür! Damit das so bleibt bzw. die Zufriedenheit noch gesteigert werden kann, sind wir weiterhin auf Ihre Rückmeldungen angewiesen. Daher nutzen Sie bitte gerne die vielfältigen Möglichkeiten, Anregungen an die Stadt Dorsten und an das Bürgerbüro zu richten.“