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Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts für die Stadt Dorsten

2009 erarbeitete die Stadt Dorsten zur Optimierung der Einzelhandels- und Zentrenentwicklung erstmals ein "Städtebauliches Entwicklungskonzept zur Steuerung des Einzelhandels in der Stadt Dorsten“. Dieses Einzelhandelskonzept wurde fortgeschrieben und nach ausführlicher Diskussion und Beratung in den politischen Gremien Anfang 2018 vom Rat der Stadt Dorsten beschlossen.

Kernbestandteil des Einzelhandels-(Steuerungs-)Konzeptes sind in den Zentren definierte "Zentrale Versorgungsbereiche“. Diesen nach vorgegebenen Kriterien räumlich abgegrenzten Bereichen kommt aufgrund der vorhandenen Einzelhandelsnutzungen - häufig ergänzt durch Dienstleistungen und gastronomische Angebote - eine Versorgungsfunktion über den unmittelbaren Nahbereich hinaus zu. Neben dem Ist-Zustand berücksichtigen die zentralen Versorgungsbereiche auch zukünftige Entwicklungsplanungen. Ziel der Stadt Dorsten ist, mit diesen Festlegungen die Versorgungsfunktion von zentralen Versorgungsbereichen zu sichern und zu entwickeln. Der Nahversorgung wird hierbei eine hohe Bedeutung, insbesondere auch für weniger mobile Bevölkerungsgruppen, beigemessen.

Weiterhin ist in dem Einzelhandelskonzept festgelegt, nach welchen Gesichtspunkten die Einzelhandelsentwicklung in der Stadt erfolgen soll und welche Warensortimente in den unterschiedlichen Zentren angeboten werden dürfen ("Dorstener Sortimentsliste“). Das Konzept dient damit der planerischen Steuerung der Einzelhandelsentwicklung von Innenstadt und Stadtteilzentren. Es ist zwischenzeitlich eine wesentliche Genehmigungsgrundlage für Festlegungen in den Bebauungsplänen und wird von den Genehmigungsbehörden zunehmend eingefordert.

Grundlage des Einzelhandelskonzeptes ist eine umfassende handelswirtschaftliche Untersuchung und Bewertung des Dorstener Einzelhandels durch die CIMA Beratung + Management GmbH, Köln. Nach gutachterlicher Einschätzung entwickelten sich Struktur und Ausstattung der Einzelhandelslandschaft in der Innenstadt sowie in den meisten Stadtteilzentren weiterhin positiv. Gleichwohl hat sich gegenüber der Daten-Ersterhebung aus dem Jahre 2007 die Anzahl der Betriebe im Stadtgebiet um 13 % und die Verkaufsfläche - zum Zeitpunkt der neuen Erhebung 2013/14 noch ohne Berücksichtigung der Mercaden - um 3 % verringert. 

Ein wichtiger Indikator der Einzelhandelsentwicklung ist die Handelszentralität (Umsatz-Kaufkraft-Relation); dieser Indexwert gibt das Verhältnis zwischen realisiertem Einzelhandelsumsatz und Nachfragevolumen wider. Für die Gesamtstadt hat sich die Handelszentralität von 101,4 im Jahre 2006 und 104,2 (2015) auf 107,2 im Jahre 2016 verbessert (Quelle: Michael Bauer Research GmbH, Nürnberg). Damit liegt der einzelhandelsrelevante Umsatz in Dorsten ca. 7 % über der vorhandenen Kaufkraft, was auf einen Kaufkraftzufluss nach Dorsten aus dem Umland hinweist.

Auch weiterhin liegt eine vergleichsweise vielfältige und hochwertige Angebotssituation in den städtischen Zentren vor. Die zentralen Versorgungsbereiche sind teilweise sehr gut ausgeprägt. In den meisten Sortimentsbereichen besteht eine gute Bedarfsabdeckung. Vor allem bei den Warengruppen Einrichtungsbedarf und Bekleidung ist ein deutlicher Kaufkraftzufluss erkennbar. Kaufkraftabflüsse bestehen u. a. in den Bereichen Elektroartikel/Unterhaltungselektronik, Lebensmittel, Schuhe/Lederwaren, sowie Sportartikel.

Der Gutachter bescheinigte den planerischen Bemühungen zur Einzelhandelssteuerung in Dorsten eine hohe Wirksamkeit. Dies gilt sowohl für aktive Maßnahmen wie z.B. der Ansiedlung der Mercaden in der Innenstadt, der städtebaulichen Integration und Verzahnung von Nahversorgung und kulturellem Angebot in Hervest sowie der Realisierung des Nahversorgungszentrums im Stadtteil Feldmark. Auf diesen Bewertungen baute das Einzelhandelskonzept ebenso auf wie auf restriktiven Maßnahmen, z.B. zum Ausschluss von Einzelhandel aus den Gewerbegebieten.

Das Einzelhandelskonzept 2017 können Sie hier einsehen.

Aufgrund der diesem Einzelhandelskonzept zugrunde liegenden Datenbasis von 2013 werden die Betriebe - und hier vor allem die Verkaufsflächen - aktuell neu erhoben. Die Ergebnisse der aktualisierten "Handelswirtschaftlichen Untersuchung und Bewertung des Dorstener Einzelhandels“ liegen voraussichtlich im Herbst 2018 vor.